Aus dem Pfarrbrief 2/2002 vom 20. April 2002


Worte des Pfarres Alte Glocken Pfarrball Zum Nachdenken: Zeit zu leben Zum Nachdenken: Telefongespräch mit Gott Neue Glocken - brauchen wir die?

Worte des Pfarrers

Liebe Leserinnen und Leser!

Ich hoffe, dass das Osterfest neuen Glaubensmut, Freude und Zuversicht ausgelöst hat.

Drei Ereignisse lassen meine Gedanken von den sehr bedrohlichen Vorkommnissen im Land Jesu zurückkehren in unsere Pfarre.

Ich danke für allen Einsatz für unsere Pfarre in der Vorbereitung und Durchführung der Pfarrgemeinderatswahl. Die MITVERANTWORTUNG für die Gestaltung unseres Pfarrlebens findet in der Arbeit des PGR einen wesentlichen Ausdruck. Seine Mitglieder sind legitimiert und beauftragt, an der Leitung der Pfarre mit mir mitzuwirken. Kleine und große Entscheidungen werden beraten und beschlossen. Das verlangt ein Verstehen der Zeichen der Zeit, einen Gemeinschaftssinn mit den Gläubigen der Pfarre, Solidarität mit den Menschen in Bedrängnis und einen Blick über die Pfarrgrenzen und über den heutigen Tag hinaus. Dies gelingt, wenn wir den Blick auf den richten, der wirklich das Haupt unserer Pfarre ist, Jesus Christus, und auf den vertrauen, der eigentlich die Pfarre leitet und führt, den Heiligen Geist. So danke ich dem Wahlausschuss, allen Kandidaten, und gratuliere den Gewählten. Ich danke auch allen PfarrgemeinderätInnen, die ihre Tätigkeit beendet haben. Pfarrgeschichte wurde durch sie geschrieben, sie haben mitgestaltet und mitgeprägt.

Am Samstag nach Ostern wurde beim 8. Pfarrball Gemeinschaftssinn und Zusammenarbeit der Generationen unter Beweis gestellt. Besucher aus dem Gölsental und darüber hinaus haben besonders die mit viel Liebe entworfene Dekoration, das Auftreten der Jungen, die gute Stimmung und das Dabeisein des evangelischen Pfarrers und seiner Begleiter begrüßt.

Am "kleinen Ostersonntag" haben zwei Schüler und eine Schülerin das Sakrament der Taufe empfangen. Diese Taufen wurden als besonderes Geschenk Gottes empfunden, weil junge Menschen den Weg zur Kirche gefunden haben. Wir erfahren dabei deutlich: Berufung von Gott ist nicht Wählen, sondern immer Erwähltwerden, Antwort auf Liebe, die uns vorausgeht und begleitet. Wir freuen uns über diese Täuflinge.

Gottes JA gilt uns allen. Wir sind berufen, zu leben und glücklich zu sein.

P. Paulus

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Alte Glocken

Ende September erhält die Pfarrkirche drei neue Glocken. Zusammen mit der großen "Andreas - Glocke" werden sie einen schönen Vierklang bilden.

GlockenstuhlDie bisherige zweite Glocke aus Stahl (270 kg) stammt aus 1923, sie kam als Ersatz für drei Glocken, die im ersten Weltkrieg abgeliefert werden mussten, nach Kriegsende. Ihr harter Klang ist durch einen Sprung weiter beeinträchtigt. Sie wird abgenommen und an einem geeigneten Platz zur Erinnerung aufgestellt werden.

Die jetzige "große" (Andreas-) Glocke wurde im zweiten Weltkrieg nach Hamburg verschleppt, dort aber im Gockenlager wiedergefunden, kehrte nach den Kriegstagen 1946 wieder zurück und versieht seither ihren Dienst.

Das Zügenglöcklein hing schon in der alten Marktkapelle, überstand die Zerstörung, wurde nach dem Krieg wieder aufgehängt, aber nicht mehr geläutet. 1994 kam es dann in den Kirchturm und verkündet nun wieder die Verstorbenen.

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Pfarrball

Unser heuriger Tanz in den Frühling war wieder sehr gut besucht, es herrschte eine fröhliche Stimmung, die letzten Besucher hielten bis in die frühen Morgenstunden an.
Pfarrball 2002
"Die flotten 4" aus Mariazell spielten wirklich flott auf. Die Jugend stellte eine tolle Mitternachtseinlage auf die Beine und bei der reichhaltigen Tombola gab es schöne und nahrhafte Preise. Dank sei allen Helferinnen und Helfern, besonders den Dekorateurinnen und den Organisatoren Markus und Roman. Viele fragten: wann gibt`s den nächsten Ball? Voraussichtlich in zwei Jahren!

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Zeit zu leben

Es ist Zeit
    für Innehalten
    für Träume
    für Loslassen
    für Veränderung
    für Aufbruch

Es ist Zeit
    für Freiheit
    für Verantwortung
    für Selbständigkeit
    für Echtheit
    für Heilung

Es ist Zeit
    selber zu entscheiden
    selber zu handeln
    selber zu glauben
    selber zu leben
    selber zu sein

ES IST ZEIT - KOSTBARE ZEIT
    ZEIT ZU LEBEN

Franz Schmatz

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Regeln für ein Telefongespräch mit Gott

  1. Achten Sie auf die richtige Vorwahl. Nicht gedankenlos wählen und drauflos telefonieren.
  2. Lassen Sie sich durch ein Besetztzeichen nicht irritieren. Versuchen Sie es ein weiteres Mal. Sind Sie sicher, die richtige Nummer zu haben?
  3. Ein Telefongespräch mit Gott ist kein Monolog. Reden Sie nicht unablässig, sondern hören Sie hin, was auf der anderen Seite gesagt wird!
  4. Prüfen Sie bei Unterbrechungen, ob Sie nicht selbst in Gedanken den Kontakt gestört haben.
  5. Gewöhnen Sie es sich nicht an, Gott nur über den Notruf anzuläuten.
  6. Telefonieren Sie mit Gott nicht nur zu Zeiten des verbilligten Tarifs, also vornehmlich am Wochenende. Auch an Werktagen müsste regelmäßig ein kurzer Anruf möglich sein.
  7. Merke: Telefonate mit Gott sind gebührenfrei.
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Neue Glocken - brauchen wir die?

Wer Hainfeld nicht näher kennt und nicht ständig hier lebt, dem fällt bald auf, dass unsere Pfarrkirche ein recht spärliches Geläute besitzt. Leute mit feinem Ohr bemerken a,uch, dass die beiden Glocken nicht ganz harmonisch klingen. Das ist so, seit das Metall des Glockenklanges zum Kanonendonner umgeschmolzen wurde, also seit mehr als einem guten halben Jahrhundert. Wir sind's gewöhnt, uns ist es vertraut. Durch eine große, zweckgebundene Spende kam die Sache nun ins Rollen, sodass der Pfarrkirchenrat den Beschluss fasste, die vorhandene schadhafte und unpassende Stahlglocke stillzulegen und drei neue Glocken anzuschaffen.

Natürlich ist ein schönes Geläute kein unbedingtes Erfordernis für "das ewige Heil" - aber Hand aufs Herz, empfinden wir es nicht als erhebend, festlich, feierlich, ist`s nicht auch in unserem Herz "Feierabend", wenn ein wohlabgestimmtes Geläute im Drei- oder Vierklang in manchen Orten schon Samstag abends den Sonntag einläutet, wenn die Glocken mit dem Ruf zur Messe den Ruhetag (um den auch jetzt politisch gekämpft wird) verkünden, wenn sie zur Feier einer Hochzeit, Taufe oder einer Beerdigung erklingen?

Glockengeläute ist ein Teil der Kultur und Identität des Abendlandes. Zehren wir im kulturellen Bereich nicht vielfach von dem, was Vorfahren geschaffen und uns zur Pflege hinterlassen haben? Vieles davon wurde durch den 2. Weltkrieg vernichtet, manches ist für immer Geschichte, einiges wurde wieder neu geboren. Wir schaffen damit auch wieder etwas für unsere Nachkommen!

Sachlich beraten wurde die Pfarre durch den Glockenexperten Fr. Magnus Mannhardt, Göttweig.

GlockengussDie Glocken werden ihren Platz natürlich hoch über der Stadt in der Glockenstube unseres Kirchturms haben. Zusammen mit der vorhandenen Bronzeglocke (sie wiegt 700 kg und stammt aus dem Jahr 1770) wird der Glockenstuhl, der in diesem Zuge erneuert werden muss, das schwingende Gewicht von rund 2,5 t beherrschen müssen. Das Lärchenholz dafür wurde im Pfarrwald bereits "mondgerecht" geschlägert und wird rechtzeitig bearbeitet werden. Aber auch Glockenjoche und Läutemaschinen sind zu erneuern bzw. anzupassen. Und schließlich bedürfen auch die Holzböden und Treppen einer Sanierung.

In der Glockengießerei "Grassmayr" in Innsbruck wurden am 12. April drei neue Glocken für Hainfeld gegossen. Nach etwa zwei Wochen erst wird man wissen, ob der Guss gelungen ist, und dann muß nachbearbeitet werden. Sie sollen am 29. September in Hainfeld geweiht und dann aufgezogen werden. Die Gesamtkosten unter der Voraussetzung einiger Eigenleistungen belaufen sich auf rund 69.000 Euro. Die Kosten können durch das großzügige Erbe und den Wunsch einer mit der Pfarre lebenslang verbundenen Verstorbenen gedeckt werden.

Auf den Glocken befindet sich ein Glockenspruch, bei dem auch eine Widmung aufscheint:

Widmung Gewicht und Tonlage
Gottesmutter 960 kg, Ton F 1
Hl. Andreas vorhandene Glocke, 750 kg,
Ton G 1, stammt aus 1770
Hl.Florian 475 kg, Ton A 1
Hl. Leopold 270 kg, Ton C 2
Hl. Familie vorhandenes "Zügenglöcklein",
35 kg, stammt aus 1777

Besucher des Glockengusses in Stift Wilten
Dem Glockenguss in Innsbruck wohnte eine Schar Hainfelder bei, für die es ein höchst eindrucksvolles Erlebnis war. Insgesamt wurden an diesem Tag 11 Glocken gegossen. Die Herstellung der Form dauert einige Wochen und geschieht im Prinzip wie vor alten Zeiten. Neben dem sehr interessanten Glockenmuseum besichtigte die Reisegruppe auch das Stift Wilten.


Mail an die Redaktion des Pfarrbriefes


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20. April 2002

 
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